Wahlprogramm:
In Hildesheim Lernen und Arbeiten
Bildung, Ausbildung und eine nachhaltige Wirtschaft sind die Grundlage für ein starkes, lebenswertes und zukunftsfähiges Hildesheim. Ob in der dualen Ausbildung, an unseren Hochschulen, in Handwerk, Mittelstand oder Wissenschaft: Gute Rahmenbedingungen für Lernen, Arbeiten und Gründen entscheiden darüber, ob Menschen hier ihre Perspektive sehen und bleiben. Wir wollen Hildesheim als Ausbildungs-, Hochschul- und Wirtschaftsstandort weiterentwickeln – sozial gerecht, ökologisch verantwortungsvoll und lokal verwurzelt. Dabei verstehen wir die Stadt als aktive Partnerin: Sie schafft Chancen, vernetzt Akteur:innen und sorgt dafür, dass wirtschaftliche Entwicklung, Fachkräftesicherung und gute Arbeit Hand in Hand gehen.
Auch wenn viele Entscheidungen auf Bundes- oder Landesebene getroffen werden, können wir vor Ort viel bewegen. Mit Gestaltungskraft wollen wir diese Möglichkeiten nutzen – gemeinsam mit den Menschen, der Wirtschaft, Vereinen und Initiativen in unserer Stadt.
Ausbildung ist Zukunft
Hildesheim lebt von einer starken und vielfältigen Bildungslandschaft und die duale Ausbildung spielt darin eine Schlüsselrolle: Sie sichert Fachkräfte, stärkt den Mittelstand und macht unsere Stadt lebendig. Wir wollen, dass Auszubildende in Hildesheim beste Bedingungen vorfinden: gute Mobilität, bezahlbaren Wohnraum, moderne Schulen, eine verlässliche Betreuung durch Lehrkräfte und Betriebe sowie echte Möglichkeiten, hier zu bleiben und ihre Zukunft aufzubauen.
Eine starke Ausbildungspolitik bedeutet auch: Die Stadt muss junge Menschen ernst nehmen, ihnen Chancen eröffnen und Barrieren abbauen. Das unterstützt unsere Unternehmen – vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum mittelständischen Industriebetrieb – und stärkt Hildesheim als Wirtschafts- und Hochschulstandort.
Wir setzen uns ein für
– einen kostengünstigen und verlässlichen ÖPNV, der Auszubildenden den Weg zur Arbeit und zur Berufsschule erleichtert – unabhängig von Landesinitiativen.
– mehr Sichtbarkeit der dualen Ausbildung im Stadtbild und in der Öffentlichkeitsarbeit – Hildesheim soll Ausbildungs- und Hochschulstadt sein.
– keine zusätzlichen Belastungen für Auszubildende oder Ausbildungsbetriebe durch neue Gebühren oder Abgaben.
– verstetigte Sprachkurse, damit auch junge Menschen mit Migrationsgeschichte Zugang zu Ausbildung erhalten.
– Stärkung demokratischer Bildung in der Ausbildung.
– die Öffnung bestehender Studierendenwohnheime für alle Lernenden, unabhängig vom Bildungsweg.
– eine Stärkung bestehender Fachkräfteinitiativen, sowie eine kritische Prüfung, wo Anpassungen und Vereinfachungen sinnvoll sind.
– ein klares Rollenverständnis der Stadt, damit sie als aktiver Partner der dualen Ausbildung wahrgenommen wird.
Hildesheim als attraktiver Hochschulstandort
Hildesheim ist mit Universität und HAWK ein starkes Bildungszentrum, das die Stadt prägt, bereichert und vielfältige Chancen schafft – für junge Menschen, für die lokale Wirtschaft und für die Zukunft der Region.
Wir wollen die Potenziale des Hochschulstandorts durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Hochschulen stärken. Denn Studierende, die sich wohlfühlen und gute Perspektiven finden, bleiben – als Fachkräfte, Gründer:innen und engagierte Mitglieder unserer Stadtgesellschaft.
Wir setzen uns ein für
– bezahlbaren Wohnraum für Studierende, damit ein Studium in Hildesheim möglich bleibt und mehr Absolvent:innen langfristig in der Stadt bleiben.
– vielfältige Freizeit- und Kulturangebote, die internationale Studierende einbeziehen.
– enge Kooperationen zwischen Stadt und Hochschulen, etwa durch gemeinsame Projekte, Veranstaltungen und eine bessere Sichtbarkeit von Wissenschaft im Stadtleben.
Erneuerbare Energie ermöglicht klimafreundliche Mobilität, saubere Wärme in unseren Wohnungen und eine wettbewerbsfähige, moderne Wirtschaft. Investitionen in Zukunftsenergie schaffen Wertschöpfung in der Region und geben Planungssicherheit für Unternehmen und Haushalte.
Wirtschaft – stark, nachhaltig, lokal verwurzelt
Eine starke lokale Wirtschaft ist das Rückgrat unserer Stadt. Hildesheim lebt auch von seinen kleinen und mittelständischen, meist inhabergeführten Betrieben. Auch sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze, sichern Einkommen, tragen zu stabilen Steuereinnahmen bei und unterstützen Vereine, Kultur und soziale Einrichtungen. Diese „Local Heroes“ identifizieren sich mit der Stadt.
Gleichzeitig entsteht wertvolles Wissen an der Universität und an der HAWK. Dieses Zusammenspiel aus Handwerk, Mittelstand, Kreativwirtschaft, Wissenschaft und Start-ups macht Hildesheim zu einem Standort voller Potenzial. Unser Ziel ist, diese Stärken auszubauen, Innovationen zu unterstützen und neue Gründer:innen zu ermutigen – besonders jene, die nachhaltige und soziale Ideen verfolgen.
Dazu braucht es eine Wirtschaftsförderung, die Mut macht, vernetzt, begleitet und Chancen hebt. Die HI-REG spielt dabei eine zentrale Rolle. Wir wollen sie stärken und ihren Fokus auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit erweitern.
Ein weiterer Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg liegt in der Verwaltung. Sie soll schneller, digitaler und serviceorientierter werden: weg vom Bedenken, hin zum Ermöglichen. So schaffen wir ein Umfeld, in dem Betriebe wachsen können und neue Ideen schnell Gestalt annehmen.
Wir setzen uns ein für
– die Stärkung der bestehenden Gründungs-Infrastruktur und eine fördernde Umgebung für sozial und ökologisch nachhaltige Unternehmensideen.
– die gezielte Unterstützung des Handwerks als zentralen Partner der klimafreundlichen Transformation.
– eine Weiterentwicklung der HI-REG hin zu stärker nachhaltigkeitsorientierter Beratung, insbesondere bei Förderprogrammen.
– die Verbesserung der Vereinbarkeit von Unternehmertum und Familie.
– die Fortführung und Stärkung der bereits begonnenen Vernetzung zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft zur Fachkräftegewinnung.
– schnellere Genehmigungsverfahren, wirksamen Bürokratieabbau und eine digitalisierte, serviceorientierte Verwaltung.
Gewerbegebiet Nord, Hafen und dritter Autobahnanschluss – wirtschaftliche Entwicklung verantwortungsvoll begleiten
Hildesheim soll ein starker Wirtschaftsstandort bleiben – mit guten Arbeitsplätzen und moderner Infrastruktur. Die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Nord, der Ausbau des Hafens und der geplante dritte Autobahnanschluss stehen dabei in engem Zusammenhang und müssen gemeinsam betrachtet werden.
Wir sehen die Chancen, die in diesem Projekt für Beschäftigung und Wertschöpfung liegen.
Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für einen soliden städtischen Haushalt, den sparsamen Umgang mit Fläche und eine Entwicklung, die ökologischen und sozialen Standards gerecht wird.
Deshalb begleiten wir das Projekt konstruktiv und transparent. Unser Anspruch ist eine Entwicklung, die bedarfsgerecht, klimaverträglich und für die Stadt dauerhaft tragfähig ist – mit klaren Kriterien und regelmäßiger Überprüfung.
Wir setzen uns ein für
– eine transparente und realistische Kostenabschätzung des Gesamtprojekts.
– die parallele Stärkung der Schienenanbindung nördlich von Hildesheim für einen leistungsfähigen trimodalen Verkehr (Straße, Schiene, Wasser).
– eine bedarfs- und nachfrageorientierte, klimaneutrale Entwicklung des Gewerbegebiets Nord.
– ein schlüssiges Verkehrskonzept für den dritten Autobahnanschluss ohne Nordumgehung.
– klare Ansiedlungskriterien, die nachhaltiges und produzierendes Gewerbe priorisieren.
– einen jährlichen Bericht der Verwaltung über den Stand und die Entwicklung des Projekts.
Fachkräfte – gute Arbeit braucht gute Rahmenbedingungen
Gute Fachkräfte sind das Rückgrat einer starken Stadt. Sie sichern wirtschaftliche Entwicklung, halten Betriebe handlungsfähig und sorgen dafür, dass Hildesheim auch in Zukunft ein attraktiver Arbeits- und Lebensort bleibt. Der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften ist groß – und gleichzeitig gibt es in unserer Stadt viele Potenziale, die wir besser nutzen können.
In Hildesheim leben gut ausgebildete Menschen mit Flucht- oder Zuwanderungsgeschichte, die ihre Fähigkeiten einbringen wollen. Wir wollen diese Chancen gezielt stärken und Zugänge in den Arbeitsmarkt erleichtern.
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Weiterbildung, Qualifizierung und berufliche Neuorientierung werden immer wichtiger, um Fachkräfte langfristig zu sichern. Gleichzeitig gehören gesunde Arbeitsbedingungen, faire Arbeitszeiten und verlässliche soziale Standards zu einer Stadt, die gute Arbeit ernst nimmt.
Gute Fachkräftesicherung gelingt dort, wo vorhandene Kompetenzen zusammenwirken. Die Stadt versteht sich als Partnerin, die bestehende Angebote bündelt, sichtbar macht und Akteur*innen miteinander vernetzt. Gemeinsam mit Wirtschaft, Kammern, Bildungsträgern und sozialen Einrichtungen wollen wir Wege verkürzen und Fachkräfte vom Einstieg bis zur langfristigen Bindung an den Standort Hildesheim unterstützen.
Unser Ziel ist ein Hildesheim, das Fachkräfte gewinnt, hält und stärkt – mit guten Rahmenbedingungen und fairen Standards.
Wir setzen uns ein für
– die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, etwa durch flexible Betreuungsangebote und eine verlässliche soziale Infrastruktur.
– die gezielte Unterstützung der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Flucht- oder Zuwanderungsgeschichte durch Beratung, Vernetzung und Kooperationen mit Betrieben.
– die Stärkung von Weiterbildung, Qualifizierung und beruflicher Neuorientierung in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Kammern und Bildungsträgern.
– die Förderung von Gesundheit am Arbeitsplatz als festen Bestandteil guter Arbeit.
– die Anerkennung und Auszeichnung von Betrieben, die bei Vereinbarkeit, Integration, Gesundheitsförderung und fairen Arbeitsbedingungen vorbildlich sind.
– die konsequente Einhaltung sozialer Standards – von Arbeitsschutz über Arbeitszeitregelungen bis hin zu Tariftreue.
– enge Zusammenarbeit mit bestehenden Trägern, Kammern, Bildungseinrichtungen und der lokalen Wirtschaft zur gemeinsamen Fachkräftesicherung.
– die Koordination und Sichtbarkeit vorhandener Angebote, um Doppelstrukturen zu vermeiden und Zugänge für Betriebe und Beschäftigte zu vereinfachen.