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Bündnis 90/Die Grünen Hildesheim

Wahlprogramm:

In Hildesheim leben

Hildesheim ist eine vielfältige Stadt – mit Menschen, die unterschiedliche Geschichten, Lebensentwürfe, Fähigkeiten und Bedürfnisse mitbringen. Genau diese Vielfalt macht unser Zusammenleben stark. Eine gute Kommunalpolitik sorgt für gleiche Chancen: auf Sicherheit, Teilhabe, Gesundheit, Bildung, gutes Wohnen, gerechte Arbeit und ein Leben frei von Diskriminierung.

Wir stehen für eine Stadt, die niemanden übersieht. Eine Stadt, die Familien stärkt, Kindern gute Bildung ermöglicht, Jugendliche ernst nimmt, queere Menschen schützt, Frauenrechte konsequent voranbringt, Menschen mit Behinderungen volle Teilhabe ermöglicht und Geflüchteten wie Zugewanderten faire Chancen eröffnet. Für uns ist klar: Eine soziale Stadt ist eine starke Stadt – und sie ist die Grundlage für Zusammenhalt, Demokratie und ein friedliches Miteinander.

Sie bildet eine Basis dafür, wie gut wir in Hildesheim leben können – ob wir uns sicher fühlen, ob wir Zukunftschancen sehen, ob wir unser Leben selbstbestimmt gestalten können.

Soziale Gerechtigkeit und Teilhabe

Hildesheim lebt von starken Quartieren, in denen Menschen sich gegenseitig unterstützen, voneinander lernen und gemeinsam Perspektiven entwickeln. Soziale Infrastruktur ist dafür zentral: Stadtteilzentren, Familienangebote, Jugendtreffs, Beratungsstellen und Streetwork schaffen Orte, an denen Gemeinschaft wächst und Herausforderungen früh aufgefangen werden.

Wir wollen diese Strukturen dauerhaft sichern und ausbauen. Investitionen in soziale Teilhabe sind gut investiertes Geld.

Unsere Sozialpolitik stellt die Menschen in den Mittelpunkt. Kinderarmut, Wohnungslosigkeit und Altersarmut sind Herausforderungen, denen wir entschlossen begegnen – mit Angeboten, die wirken und die Menschen unterstützen.

Wir setzen uns ein für:

– eine starke Stadtteilarbeit, damit Begegnung, Beratung und Teilhabe gesichert bleiben.
– eine Erweiterung der Sozialkarte (Glückscard), insbesondere für Kinder und Jugendliche, damit kulturelle und sportliche Angebote für alle erreichbar sind.
– ein Sozialticket beim Stadtverkehr Hildesheim, das Mobilität für Menschen mit geringem Einkommen erleichtert und gesellschaftliche Teilhabe stärkt.
– sichere und würdige Unterkünfte für wohnungslose Menschen, insbesondere für Frauen und Kinder.
– eine Weiterentwicklung und Verstetigung von Housing First, damit Menschen schnell Stabilität finden und wieder Perspektiven entwickeln können.

So entsteht ein Hildesheim, das allen Menschen Teilhabe ermöglicht – und in dem Zusammenhalt nicht nur ein Wort ist, sondern gelebte Realität.

Verantwortung für Demokratie, Zusammenhalt und eine offene Gesellschaft

Rechtsextremismus, Antisemitismus und jede Form der Diskriminierung bedrohen das friedliche Miteinander. Wir stärken deshalb die Kräfte, die unsere Demokratie tragen: Vereine, Initiativen, Kultur, Bildung und engagierte Bürger:innen.

Wir setzen uns ein für

– finanzielle Unterstützung der Vereine, Verbände und Initiativen, die für eine offene und vielfältige Gesellschaft arbeiten.
– die Einrichtung eines städtischen Demokratiefonds zur Förderung von Projekten der Demokratiebildung.
– die Weiterentwicklung Hildesheims als „Sicheren Hafen“.

Kritischer Umgang mit unserer Geschichte

Geschichte ist sichtbar – in unseren Straßen, Plätzen und im Stadtbild. Wir wollen diese Spuren nicht überdecken, sondern bewusstmachen und einordnen. Erinnerungskultur stärkt unsere Demokratie und schafft Orientierung.

Wir setzen uns ein für

– gut sichtbare Hinweise zur nationalsozialistischen Geschichte, etwa durch Informationstafeln und mehr Stolpersteine.
– die Aufarbeitung der Hildesheimer Widerstandsbewegungen.
– die Überprüfung und gegebenenfalls Umwidmung von Straßen- und Platznamen, die kolonialistische, imperiale oder nationalsozialistische Bezüge tragen.
– die Weiterentwicklung von Kriegsdenkmalen zu Friedensmahnmalen.

Integration als gemeinsame Chance

Integration ist kein einseitiger Prozess – sie entsteht, wenn Menschen zusammenkommen, sich begegnen und gegenseitig voneinander lernen. Hildesheim gewinnt, wenn alle Menschen Zugang zu Bildung, Sprache, Arbeit und gesellschaftlichem Leben haben.

Wir setzen uns ein für

– den Ausbau von Mehrsprachigkeit in öffentlichen Einrichtungen.
– die Weiterentwicklung des Integrationskonzepts.
– Projekte wie Stadtteileltern oder das Migrant:innen-Eltern-Netzwerk, die Familien unterstützen.
– respektvolle Verfahren in der Stelle Migration/Staatsangehörigkeit.
– die Achtung des Kirchenasyls.
– eine vorrangig dezentrale, menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten.
– eine menschenfreundliche Social Card statt einer diskriminierenden Bezahlkarte.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Alltag stärken

Familien tragen unsere Stadt – in all ihren vielfältigen Formen. Damit Hildesheim ein Ort bleibt, an dem Alltag und Beruf gut zusammenpassen, braucht es Rahmenbedingungen, die entlasten statt belasten. Wir wollen Familien nicht nur unterstützen, sondern ihren Alltag spürbar erleichtern: mit flexiblen Angeboten, verlässlichen Strukturen und Räumen.

Eine familienfreundliche Stadt stärkt Kinder, die gut betreut und begleitet werden, Eltern, die Beruf und Sorgearbeit besser vereinbaren können und eine Verwaltung, die Gleichstellung aktiv lebt.

Wir setzen uns ein für

– flexible Kinderbetreuungsangebote – auch in Randzeiten und in den Ferien, damit Schichtdienst, Alleinerziehende oder unregelmäßige Arbeitszeiten nicht zur Belastungsprobe werden.
– familienfreundliche Begegnungsorte in der gesamten Stadt – mit gut zugänglichen Still- und Wickelbereichen in öffentlichen Gebäuden, Kinderspielplätzen, Stadtteilzentren und kulturellen Einrichtungen.
– den vollumfänglichen Erhalt der Stellen im Gleichstellungsbüro.
– die konsequente Umsetzung des kommunalen Gleichstellungsplans, damit die Stadt in ihren eigenen Strukturen vorlebt, was moderne Familienpolitik bedeutet: faire Chancen, klare Standards, echte Vereinbarkeit.

Selbstbestimmtheit im Alltag

Selbstbestimmung bedeutet, im eigenen Alltag Entscheidungen treffen zu können – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Einkommen. Doch noch immer stoßen viele Menschen auf Barrieren: weil Angebote fehlen, Kosten zu hoch sind oder Informationen schwer verständlich sind. Wir wollen, dass Hildesheim eine Stadt ist, in der Menschen gut informiert sind und Zugang zu Gesundheits- und Präventionsangeboten haben.

Besonders FLINTA*:-Personen und Menschen mit Migrationsgeschichte erleben im Alltag zusätzliche Hürden – vom fehlenden Zugang zu Gesundheitsvorsorge über mangelnde Informationen bis hin zu wenigen Angeboten für sichere Mobilität. Hier setzen wir an: mit niedrigschwelligen Kursen, guter Beratung und einer Gesundheitsversorgung, die niemanden ausschließt.

Wir setzen uns ein für:

– Schwimm- und Fahrradkurse für FLINTA*:-Personen mit Migrationsgeschichte, damit Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag gestärkt werden.
– eine gesicherte Finanzierung von Langzeitverhütungsmitteln für Menschen mit geringem Einkommen.
– kostenfreie Menstruationsprodukte in öffentlichen Gebäuden als Beitrag zu Teilhabe, Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit.
– mehrsprachige, transparente Informationen zu Beratungs-, Vorsorge- und Unterstützungsangeboten, damit alle Menschen die Hilfe erhalten, die sie benötigen.

Damit stärken wir Selbstbestimmung, Gesundheit und Teilhabe – und machen Hildesheim zu einer Stadt, in der alle ihren Alltag sicher, selbstständig und würdevoll gestalten können.

Prävention ausbauen und Schutz vor Gewalt

Sicherheit bedeutet nicht nur funktionierende Infrastruktur – sie bedeutet vor allem, dass Menschen sich in ihrem Alltag frei bewegen können, ohne Angst vor Übergriffen, Diskriminierung oder Gewalt. Eine Stadt, die schützt, schafft Vertrauen. Gerade für Frauen, queere Menschen und FLINTA*:-Personen ist der öffentliche Raum nicht immer selbstverständlich sicher. Wir wollen das ändern – mit starker Prävention, guter Beratung und verlässlichen Schutzräumen.

Wir setzen uns dafür ein, dass Hildesheim zu einer Stadt wird, in der Gewalt von vornherein weniger Chancen hat. Prävention bedeutet für uns früh ansetzen, Sozialstrukturen stärken und Menschen Wege zu Hilfe und Schutz öffnen.

Wir setzen uns ein für

– die finanzielle Stärkung von Frauenhäusern und den Ausbau weiterer Schutzplätze, damit Betroffene sofort einen sicheren Ort finden.
– den Ausbau und die dauerhafte Unterstützung von queeren Initiativen und Programmen, die Schutz, Beratung und Sichtbarkeit gewährleisten.
– die Entwicklung und Umsetzung verbindlicher Schutzkonzepte gegen Gewalt und Diskriminierung – in Schulen, Jugendeinrichtungen und öffentlichen Räumen.
– Angebote für sichere Heimwege für FLINTA*-Personen: etwa Taxi-Gutscheine, bessere Beleuchtung oder digitale Tools.
– eine stadtweite Sensibilisierung für sexualisierte und häusliche Gewalt, damit Prävention zum gemeinsamen Auftrag wird und Betroffene früh Hilfe erhalten.

Eine gewaltfreie Stadt entsteht, wenn Schutz, Respekt und Solidarität zusammenkommen.

Sichtbarkeit und Zugänge im öffentlichen Raum ermöglichen

Ein vielfältiges Hildesheim zeigt sich im Stadtbild. Öffentliche Räume prägen unser Zusammenleben – und sie entscheiden darüber, ob Menschen sich gesehen, willkommen und sicher fühlen. Sichtbarkeit bedeutet Anerkennung: Sie macht deutlich, dass Hildesheim eine Stadt ist, die Diversität wertschätzt und bewusst gestaltet.

Unsere Vision ist ein Hildesheim, das allen Menschen Raum gibt – mit klaren Signalen für Respekt, Offenheit und Gleichberechtigung. Dazu gehört, dass Vielfalt im öffentlichen Raum sichtbar wird, dass alle Menschen Toiletten und Einrichtungen nutzen können, und dass städtische Kommunikation niemanden ausschließt.

Wir setzen uns ein für

– mehr Benennung von Straßen und Plätzen nach bedeutenden Hildesheimer Frauen, queeren Persönlichkeiten und Gleichstellungsakteur:innen, um bisher unsichtbar gemachte Geschichten sichtbar zu machen.
– das Hissen der Pride-Flagge zu internationalen queerpolitischen Gedenk- und Aktionstagen am Rathaus als klares Zeichen der Solidarität.
– Regenbogen-Zebrastreifen und ähnliche sichtbare Symbole, wo sie sinnvoll und verkehrssicher umgesetzt werden können.
– nicht-binäre öffentliche Toiletten als Ergänzung.
– eine Sprache, die alle Menschen einbezieht: in der offiziellen Kommunikation von Stadtverwaltung und Rat.
– die Entwicklung einer/eines Queerbeauftragten in der Verwaltung, um Anliegen strukturell zu verankern und als verlässliche Anlaufstelle sichtbar zu machen.

Diese Maßnahmen schaffen ein Hildesheim, das Vielfalt anerkennt und zeigt: Jede Person gehört dazu – sichtbar und gleichberechtigt.

Wir setzen uns dafür ein, dass Hildesheim zu einer Stadt wird, in der Gewalt von vornherein weniger Chancen hat. Prävention bedeutet für uns früh ansetzen, Sozialstrukturen stärken und Menschen Wege zu Hilfe und Schutz öffnen.

Inklusion – die Grundlage einer Stadt

Ob im Alltag, in der Schule, im Kulturleben oder auf dem Weg zum Arzt: Jede:r soll sich in Hildesheim sicher bewegen, mitreden und mitgestalten können. Menschen mit sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen begegnen im Alltag immer noch Barrieren – baulich, organisatorisch oder kommunikationsbezogen.

Wir wollen Hildesheim zu einer Stadt weiterentwickeln, in der Barrierefreiheit selbstverständlich ist und in der echte Teilhabe möglich wird. Inklusion macht unsere Stadt nicht nur gerechter, sondern auch lebenswerter und ermöglicht selbstbestimmtes Leben in allen Stadtteilen.

Wir setzen uns ein für

– eine inklusive und barrierefreie Gestaltung von öffentlichen Plätzen, Gebäuden, Wegen und Haltestellen – damit alle Orte sicher und unabhängig erreichbar sind.
– Beteiligung statt Barrieren: Informationen und kommunale Kommunikation in einfacher und leichter Sprache, damit Angebote für alle verständlich sind.
– barrierefreie Zugänge zu Kultur und Freizeit – von Museen bis zu Stadtfesten.
– den konsequenten Abbau digitaler Barrieren, sodass Websites, Formulare und Terminbuchungen einfach zugänglich sind.

Unser Ziel: Ein Hildesheim, in dem alle dazugehören, und in dem Inklusion der Standard ist.

Gesundheit und psychosoziale Versorgung

Gesundheit ist Daseinsvorsorge – und sie entscheidet darüber, ob Menschen gut in Hildesheim leben können.

Unser Ziel ist ein Hildesheim, in dem Gesundheit keine Frage des Einkommens, der Herkunft oder des Alters ist. Eine Stadt, in der Prävention ernst genommen wird, in der psychosoziale Krisen nicht stigmatisiert, sondern professionell begleitet werden – und in der Versorgung auch dort ankommt, wo sie heute fehlt.

Wir setzen uns ein für

– wohnortnahe und barrierefreie Versorgung: Arztpraxen, Apotheken, Physio- und Pflegeangebote sollen gut erreichbar sein – fußläufig, mit Rad und ÖPNV.
– psychosoziale Unterstützung: Therapie- und Beratungsangebote, besonders für junge Menschen, Studierende, Menschen mit Flucht- oder Gewalterfahrungen und andere vulnerable Gruppen.
– einen Gesundheitskiosk in der Nordstadt: als niedrigschwellige Anlaufstelle für Prävention, Beratung und Versorgung.
– starke Suchthilfe, Ausbau präventiver Angebote, Kooperationen mit gemeinnützigen Trägern, Modellversuche für sichere Konsumräume.
– mehr Beratungsangebote in der Schuldner-, Arbeitslosen-, Wohnungslosen- und Sozialhilfe.

Eine moderne Gesundheitsversorgung ist mehr als Medizin. Sie ist ein sozialer Schutzraum, sie stärkt Teilhabe, beugt Krisen vor und schafft ein Hildesheim, in dem alle mitgedacht werden.

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