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Kommunalwahl 2026

Bündnis 90/Die Grünen Hildesheim

Wahlprogramm:

Wohnen & Wohnungsbau im Landkreis Hildesheim

Wohnungspolitik

Wohnen ist ein Grundbedürfnis der Menschen und muss für alle Menschen bezahlbar sein.

Die Wohnungspolitik ist für uns GRÜNE daher ein zentrales Thema. Um die gewachsenen Strukturen unserer Städte und Gemeinden zu bewahren, ist eine umweltgerechte und klimaschonende Wohnungspolitik, die den Bedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen gerecht wird, von großer Bedeutung.

Ein für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft wichtiger Punkt ist die Wohnraumversorgung für Geringverdiener durch die Bereitstellung von sozial geförderten Wohnungen. Der demografische Wandel in unserer Gesellschaft ist ebenso zu berücksichtigen wie die regionalen Gegebenheiten und Möglichkeiten der Orte und Dörfer.

Wir wollen unseren Bürger*innen bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen und dabei gleichzeitig sorgsam mit Grund und Boden umgehen. Die Sanierung des Wohnraumbestandes sowie die Innenentwicklung der Orte ist für uns wichtiger als „Neubau um jeden Preis“.

Bei der Aufstellung neuer oder der Änderung bestehender Bebauungspläne durch die Städte und Gemeinden ist darauf zu achten, nur klimagerechte und energetisch hochwertige Bauweisen zu erlauben.  
Klimawandelerscheinungen wie Hitze, Dürre und Starkregen sind zu berücksichtigen. Eingriffe in den Naturhaushalt durch Ausweisung von Wohnbau- und Gewerbeflächen wollen wir bestmöglich vermeiden und nicht vermeidbare Eingriffe in vollem Umfang ausgleichen oder ersetzen.

Deshalb setzen wir uns für folgende Punkte ein:

  • Im Regionalen Raumordnungsprogramm werden nur in begründeten Ausnahmefällen neue Flächen zur Bebauung ausgewiesen und die Notwendigkeit der Ausweisung bisheriger Flächen überprüft.
  • Die Sanierung von vorhandener Bausubstanz in der Verantwortung des Landkreises steht vor Abriss und Neubau, solange hohe Sanierungskosten dem nicht entgegenstehen.
  • Über die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Hildesheim bezahlbares Wohnen in den Städten und Gemeinden weiter zu ermöglichen und den sozialen Wohnungsbau aktiv zu fördern.
  • Nutzung des bevorstehenden Generationenwechsels in den Dörfern als Chance, Wohnraum für junge Familien zu schaffen.
  • Neue Wohnformen wie Mehrgenerationen-WGs oder gemeinschaftliches Wohnen von Jung und Alt werden gefördert.
  • Um allen Menschen einen einfachen Zugang zu öffentlichen Gebäuden zu ermöglichen, wollen wir den barrierefreien Zugang sicherstellen. Dies schließt nicht nur die rollstuhlgerechte Ausstattung ein, sondern auch die mehrsprachige Beschilderung, auch in Blindenschrift.

Wohnungsbau und Nachnutzung von Resthöfen

Für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur in den Orten und Dörfern ist sehr oft eine Verjüngung der Einwohner*innenschaft notwendig. Für junge Leute ist jedoch die Verfügbarkeit von preiswertem Wohnraum aber auch der mögliche Erwerb von Wohneigentum ein entscheidender Standortfaktor.

Der frei finanzierte Wohnungsbau ist zusätzlich zum geförderten Wohnungsbau für uns GRÜNE ein wichtiger Bestandteil der Wohnraumversorgung. Daher unterstützen wir die
Eigentumsbildung gerade für jüngere Familien.
Allerdings hat die Innenentwicklung Vorrang vor Neubaugebieten am Ortsrand, insbesondere etwa durch Bebauung von innerörtlichen Brachflächen oder den Abriss von abrissreifen
Gebäuden. Hierdurch wird nicht nur die Bevölkerungszahl und somit die Infrastruktur aufrechterhalten, sondern der Ort wird auch schöner und jünger. Bei Neubauten ist ein hoher energetischer Standard einzuhalten.

Gerade im ländlichen Bereich sind die Dörfer geprägt von Resthöfen. Am Ende des Strukturwandels in der Landwirtschaft stehen viele große Gebäudekomplexe weitestgehend leer. Die Erb*innen dieser Immobilien stehen vor weitreichenden Entscheidungen. Durch Beratungsangebote zu einer sinnvollen Nachnutzung sollen diese Menschen bei diesen Entscheidungen unterstützt werden.
Durch eine gute Verzahnung zur Wirtschaftsförderung aber auch zur Immobilienbranche sollen gute Lösungsangebote für eine standortgerechte Entwicklung dieser Flächen und Gebäude erarbeitet werden können.

Bei der Nachnutzung dieser Resthöfe eröffnen sich auch die Möglichkeiten der Schaffung von seniorengerechten Wohnungen oder generationsübergreifenden Wohnformen.

Wir GRÜNE treten deshalb für Beratungen durch den Kreis bei der Nachnutzung von Resthöfen ein.

Bezahlbares Wohnen für alle

Im Landkreis Hildesheim fehlt es schon seit längerer Zeit an kleinen preiswerten Mietwohnungen, an großen Wohnungen für Familien und an altersgerechtem Wohnraum.

Die kommunale Wohnungspolitik der letzten Jahrzehnte bestand vorzugsweise aus Mietwohnungsbau für Besserverdienende und aus der Ausweisung zusätzlicher Bauflächen für Einfamilienhausbebauung in Randlage. Letzteres beinhaltete eine neue Zersiedelung inklusive der Versiegelung von Naturflächen.

Wir GRÜNE wollen bezahlbaren Wohnraum in vernünftiger Qualität in allen Gemeinden des Landkreises. Durch eine regelmäßige Beobachtung des Wohnungsmarktes und die Einbindung von Expert*innen über einen Runden Tisch Wohnen sollen die hierzu erforderlichen Maßnahmen erarbeitet werden.

Wir wollen:

  • die Einrichtung und Organisation eines Runden Tisches Wohnen durch die Kreisverwaltung.
  • eine Erhöhung der Anzahl von Sozialwohnungen im Bestand und im Neubau in den nächsten fünf Jahren.
  • eine Beratung und Förderung von gemeinschaftlich organisierten auch generationenübergreifenden Wohnprojekten bzw. Baugemeinschaften.
  • die Umsetzung eines Mietspiegels für den Landkreis Hildesheim.
  • die Erstellung eines Wohnungstauschprogramms und Unterstützung beim Umzug in eine kleinere Wohnung oder ein Pflegeheim, insbesondere gedacht als Unterstützung für umzugsbereite ältere und alleinstehende Personen.
    Dies gewinnt Wohnraum im Bestand und es hilft dem Generationenwechsel in den
    älteren Eigenheimquartieren.

Leben und Wohnen im Alter

Unser Ziel ist es, dass alle Menschen auch im Alter ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen können – mittendrin und nicht nur dabei!
Damit dies auch für pflegebedürftige Ältere möglich ist, brauchen wir bedarfsgerechte Service-, Bildungs- und Unterstützungsangebote, passende Wohnformen und eine „lebendige Vielfalt im Quartier“.

Wir wollen

  • die Nahversorgung sichern.
    Dies erreichen wir mit der Schaffung und dem Erhalt von Einkaufsgelegenheiten, Dienstleistungen wie Haus- und Gartendiensten, Patenschaften für ältere Menschen und Nachbarschaftshilfen, sowie Freizeitmöglichkeiten in unmittelbarer Umgebung, um ein langes Verbleiben im eigenen Zuhause zu ermöglichen.
  • den Ausbau professioneller Entlastungsangebote wie Kurzzeit- und Tagespflege sowie von kleinteiligen und quartiersorientierten Wohn-Pflege-Alternativen, fördern.
    Hierzu zählen vor allem Wohngruppen und Pflege-WGs. Diese basieren auf dem ambulanten Prinzip und orientieren sich an dem vormals vertrauten Alltag, ohne dabei den Bedarf an Pflege und Unterstützung zu missachten.
  • Wohnungsbaugesellschaften einbinden. Dies geschieht durch die Möglichkeiten der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, ihren Beitrag zur seniorengerechten Infrastruktur fortzusetzen und verstärkt altersgerechten und barrierefreien Wohnraum zu schaffen.
  • Mehrgenerationenhäuser und Mehrgenerationentreffpunkte regional stärken.
  • ein Sonderrecht auf größere Sperrmüllentsorgung bei Umzug in kleineren Wohnraum bzw. ins Pflegeheim.
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