Deine Zukunft vor Ort!

Kommunalwahl 2026

Bündnis 90/Die Grünen Hildesheim

Wahlprogramm:

Mobilität im Landkreis Hildesheim

Mobilität & Verkehr

Wir machen Verkehrspolitik für alle.
Dafür müssen auch die Aspekte von Kindern und Jugendlichen, von älteren Menschen und von Menschen mit Beeinträchtigungen als selbstverständliche Komponente in die Mobilitätspolitik einbezogen werden.
Wir setzen auf sichere und möglichst kurze Wege, auf Bewegungs- und Begegnungsräume, einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr, ein sicheres Radwegenetz und Gehwege, auf denen auch ein Rollstuhl oder ein Kinderwagen genug Platz haben.

Gleichwohl das eigene Auto im ländlichen Raum einen wesentlichen Teil des täglichen Mobilitätsmix ausmacht, sehen wir die Zukunft in der Verschiebung zu öffentlichen und klimaneutralen Verkehrsträgern. Dabei streben wir die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer*innen an.

Wir stehen für:

  • Radwege, die der Mobilitätswende gerecht werden und Freude am Radfahren bringen.
  • bezahlbaren Bus- und Bahnverkehr, der dann und dort zur Verfügung steht, wenn er gebraucht wird.
  • einen PKW-Verkehr, der die Gesellschaft und ihre Zukunft nicht belastet.


In den letzten fünf Jahren ist es uns gelungen, positive Aspekte in den Nahverkehrsplan einzubringen, den Öffentlichen-Dienstleistungs-Auftrag mit dem Regionalverkehr Hildesheim neu abzuschließen, ein Radverkehrskonzept zu beschließen und das Radwegebauprogramm zu aktualisieren.

Angesichts der zunehmend schwierigen finanziellen Lage des Landkreises Hildesheim sind Bund und Land gefordert, massiv Mittel aus dem Sondervermögen in die Kommunen zu geben, um diese für die Gesellschaft so wichtige Aufgabe wesentlich stärker als bisher anzugehen.

Fahrradverkehr stärken

In den letzten fünf Jahren hat sich der Absatz von Pedelecs (E-Bikes) auf hohem Niveau stabilisiert und mehr als die Hälfte aller Neufahrräder sind elektrische.
Ende 2024 waren knapp 16 Millionen dieser Fahrräder in Deutschland unterwegs.
Damit erobert sich das Fahrrad den Platz eines ernsthaften Verkehrsmittels, insbesondere abseits von Freizeitfahrten. Der damit einhergehende erhöhte Qualitätsanspruch an die Radinfrastruktur ist allerdings nicht in gleichem Maße antizipiert worden.

In den kommenden fünf Jahren setzen wir uns für folgende Punkte ein:

  • mehr Investitionen in den Erhalt und den Ausbau von Radwegen und Radinfrastruktur
  • die Sichtbarkeit von diesen Maßnahmen erhöhen, z.B. durch das Anbringen von Radfahrschutzstreifen auf Kreisstraßen, auf denen Radwege geplant, aber noch nicht umgesetzt wurden
  • Radschnellweg von Hannover nach Hildesheim
  • Sicherheit und den Komfort von Radwegen erhöhen, insbesondere durch Räumungen im Winter und verbesserter Beleuchtung
  • Bereitstellung von Radmobilitätsstationen, bestehend aus Parkplätzen
    und Reparaturstationen

Den Öffentlichen Nahverkehr ausbauen

Der Öffentliche Personennahverkehr könnte preiswerte Mobilität zur Befriedigung aller Mobilitätswünsche im Alltag bieten. Leider ist das keine Realität, auch wenn wir uns das alle schon seit vielen Jahrzehnten wünschen. Wir priorisieren nicht den motorisierten Individualverkehr, wollen aber nicht weite Teile der Bevölkerung, insbesondere im ländlichen Raum, von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgrenzen.

Dabei hat das von uns GRÜNEN auf Bundesebene eingeführte Deutschlandticket vieles erleichtert, auch wenn der monatliche Preis hierfür viel zu hoch ist.
Doch was nützt das Ticket, wenn kein Bus fährt?

Wir stehen deshalb für:

  • einen regelmäßigen Stundentakt, auch an Wochenenden, in jede Ortschaft des Landkreises mit mehr als 500 Einwohnenden.
  • die Einführung eines Landesbusses von Holzminden/Eschershausen über Alfeld (Leine), Sibbesse, Hildesheim nach Peine.
  • die Mitnahme von Fahrrädern und Elektrokleinmobilen auf ausgewählten Strecken und Fahrten.
  • die konsequente Digitalisierung und Elektrifizierung des gesamten Busverkehrs, damit Angebote, Produkte, Fahrpläne und aktuelle Verkehrsmeldungen, inklusive aktueller Standorte von Bussen gebündelt und möglichst barrierefrei angeboten werden können.

Wir setzen uns für den Erhalt und den Ausbau des schienengebundenen Nahverkehrs ein. Insbesondere die Lammetalbahn zwischen Hildesheim und Bad Salzdetfurth und Bodenburg muss erhalten bleiben. Wir fordern das Land auf, bei den Ausschreibungen und der Ausstattung des rollenden Materials künftig eine wesentlich höhere Gewichtung auf die Zuverlässigkeit zu legen. Besonders Schüler*innen haben einen Anspruch auf eine reibungslose Beförderung.

Mit uns bleibt die Stadtbahnverbindung von Sarstedt nach Hannover erhalten. Die Stadtbahn mit ihrem regelmäßigen Takt wird täglich von einer Vielzahl an Pendler*innen, Senior*innen, Schüler*innen frequentiert. Im Jahr 2026 darf die Stilllegung einer elektrifizierten Nahverkehrsverbindung keinesfalls eine Option sein.

Motorisierten Individualverkehr an die Gesellschaft anpassen

Autoverkehr kostet die Gesellschaft jährlich über 40 Milliarden €, etwa durch Unfälle, Krankheiten und Staus. Diesen Schaden bezahlen wir alle, ob wir Auto fahren oder nicht.

Wir GRÜNEN wollen diese Kosten senken. Dies gelingt durch konsequente Elektrifizierung und die Errichtung entsprechender Infrastruktur, der Verringerung der Geschwindigkeiten (auf Kreisstraßen innerorts wo immer möglich Tempo 30) und natürlich einem breiteren Angebot von Carsharing-Angeboten.

Insbesondere im ländlichen Raum wird der motorisierte Individualverkehr auch weiterhin das Rückgrat der Mobilität sein und bleiben. Trotz der bisweilen sehr emotional geführten Diskussionen um das EU-weite Verbrennerverbot ab 2035 ist längst klar: Die Zukunft des Autos ist elektrisch. Den Umstieg dorthin wollen wir vorantreiben.

Deshalb setzen wir uns ein für:

  • eine bedarfsgerechte öffentliche Ladeinfrastruktur in enger Abstimmung mit dem örtlichen Einzelhandel, der Gastronomie und innerörtlichen Unternehmen.
  • attraktivere Lademöglichkeiten für Menschen ohne eigene Lademöglichkeit zuhause, z.B. durch Laden an Straßenlaternen.
  • erweiterte Möglichkeiten zur Ausweisung von innerörtlichen Tempo-30-Bereichen mit Hilfe der Novelle der Straßenverkehrsordnung, um vor allem Schulwege auf diese Weise sicherer zu machen.
  • emissionsfreie Antriebe bei Neuanschaffungen von kommunalen Fahrzeugen.
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