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Bündnis 90/Die Grünen Hildesheim

Wahlprogramm:

In Hildesheim Unterwegs

obilität gehört zu unserem Alltag: zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen, zu Freunden, zu Kultur und Freizeit. Eine Stadt, in der man sich leicht und sicher bewegen kann, ist eine Stadt, die Freiheit gibt – für Jung und Alt, für Familien, für Menschen mit und ohne Einschränkungen, für Beschäftigte, für Handel und Dienstleister:innen.

Wir wollen, dass Hildesheim eine Stadt ist, in der Mobilität Freude macht: zuverlässig, sicher, klimafreundlich und bequem. Eine Stadt, in der Kinder selbstständig zur Schule gehen können, Senior:innen entspannt den Bus erreichen und alle Menschen gute Wege finden. Mobilität bedeutet Teilhabe, und deshalb gestalten wir sie so, dass niemand zurückgelassen wird. Dazu gehört auch die Entwicklung von „Shared Space“-Bereichen.

Uns geht es dabei nicht nur um die Senkung von Emissionen. Mobilität für alle macht unsere Stadt leiser, gesünder und lebenswerter. Sie gibt Straßen und Plätzen Raum. Sie sorgt dafür, dass Handel, Handwerk und Dienstleistungen gut erreichbar bleiben – heute und in Zukunft.

Positive Beispiele wie Paris oder Helsinki können für Hildesheim Lösungen aufzeigen. Mobilität gelingt vor allem dann, wenn sie gemeinsam gestaltet wird.

Unser Ziel ist klar: ein Hildesheim, in dem sichere Wege, kurze Verbindungen und klimafreundliche Mobilität den Alltag leichter machen – für eine Stadt für alle Generationen.

Fußverkehr – Wege, die verbinden

Zu Fuß unterwegs zu sein, gehört zu den natürlichen Formen der Bewegung – und zu den wichtigsten im Alltag. Damit Hildesheim für Menschen jeden Alters gut funktioniert, brauchen wir Wege, die sicher, komfortabel und angenehm nutzbar sind.

Unser Ziel ist ein Hildesheim, in dem alle Menschen sich selbstverständlich zu Fuß bewegen können – ob Kinder auf dem Weg zur Schule, Senior:innen mit Rollator, Eltern mit Kinderwagen. Gute Fußwege sind ein zentraler Baustein einer Stadt, die verbindet.

Dazu gehört für uns, dass Gehwege barrierearm gestaltet sind, Querungen sicher funktionieren und Ampelschaltungen den Fußverkehr spürbar erleichtern. Straßen und Plätze sollen so gestaltet werden, dass sie für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen gut nutzbar sind. Bushaltestellen und Kreuzungen sollen barrierefrei werden.

Ein besonderes Augenmerk legen wir auf sichere Schulwege. Wenn Kinder eigenständig zur Schule gehen können, profitieren alle: Familien werden entlastet, der Verkehr rund um Schulen nimmt ab und Kinder werden selbstbewusster und sicherer im Alltag.

Wir stehen für

– barrierefreie Gehwege, nutzbar für alle und zu jeder Jahreszeit.
– bessere Ampelschaltungen für mehr Komfort und Sicherheit im Fußverkehr.
– eine Stadt ohne Bedarfsampeln („Bettelampeln“).
– sichere Schulwege.
– klar ausgewiesene Parkzonen für E-Roller, damit Gehwege frei bleiben.
– Fahrradbügel statt Parkplätzen an Straßenmündungen für bessere Sicht und mehr Sicherheit.
– verbindliche Qualitätsstandards für Hildesheimer Fußwege.

Fahrradverkehr

Das Fahrrad ist für viele Menschen in Hildesheim bereits ein wichtiges Alltagsverkehrsmittel – und es kann noch viel mehr leisten: Es schafft Freiheit, macht Mobilität möglich und stärkt eine lebendige, gesunde Stadt. Unser Ziel ist ein Hildesheim, in dem Rad fahren sicher, komfortabel und selbstverständlich ist – egal ob auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit, in die Innenstadt oder in die Nachbarschaft.

Wir wollen ein flächendeckendes Radwegenetz, das zuverlässig ist und intuitiv funktioniert. Die Fahrradhauptroute vom Hauptbahnhof zur Universität ist für uns ein Pilotprojekt und der Auftakt für ein engmaschiges, leistungsfähiges Routennetz. Ein sicherer Radverkehr ist ein Gewinn für alle.

Auch das Fahrradparken soll ausgebaut werden: an Schulen, Kitas, Haltestellen, Bahnhöfen, vor Gastronomie und Handel sowie in Wohnquartieren. Dafür können bestehende Flächen bei Bedarf umgewidmet werden.

Durch die Verknüpfung des städtischen Radwegenetzes mit regionalen Radschnellwegen schaffen wir eine echte Alternative zum Auto auf mittleren Distanzen. E-Bikes machen längere Strecken alltagstauglich, und ein durchgängiges Netz erleichtert Pendler:innen den Umstieg.

Mehr Radverkehr bedeutet weniger Lärm und bessere Luft. Münster, Groningen oder Kopenhagen zeigen eindrucksvoll, wie Innenstädte aufblühen, wenn das Fahrrad eine starke Rolle spielt.

Wir setzen uns ein für

– den weiteren Ausbau und die kontinuierliche Instandhaltung von Fahrradstraßen und Fahrrad-Hauptrouten.
– eine Fortschreibung des Radwegekonzepts und dessen Umsetzung.
– sichere, komfortable Radwege sowie Verbesserungen auf Kopfsteinpflaster.
– die Beseitigung von Gefahrstellen, Engpässen und Lücken im Netz.
– besondere Rücksicht auf Kinder und ältere Menschen, damit alle sicher unterwegs sind.
– innerorts Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit; wo Tempo 50 besteht, eine sichere, möglichst baulich getrennte Fahrradinfrastruktur.
– den Ausbau von Fahrradstellplätzen in Wohn- und Einkaufsbereichen sowie an Bahnhöfen und Flächen für Lastenräder.
– das Freihalten von Sichtachsen durch das Ersetzen von Parkplätzen an Einmündungen durch Fahrradbügel.
– einen verstärkten Räumdienst auf Radwegen im Herbst und Winter.
– konsequente Kontrolle illegalen Parkens auf Fuß- und Radwegen.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Ein starker öffentlicher Personennahverkehr schafft Freiheit, Zuverlässigkeit und Teilhabe. Seit 2025 liegt der Busverkehr wieder in kommunaler Hand – eine große Chance, die Angebote so zu gestalten, dass sie wirklich zu Hildesheim passen.

Der ÖPNV ist ein zentraler Baustein der Verkehrswende, weil er die Stadt leiser, sauberer und lebenswerter macht. Gleichzeitig stärkt er Handel, Vereine und Kultur, weil er Menschen gut und bequem zum Zielort bringt. Moderne Fahrzeuge, gute Takte und barrierefreie Haltestellen schaffen Komfort für alle Generationen.

Unser Ziel ist klar: Ein ÖPNV, der so verlässlich und attraktiv ist, dass er für alle Menschen in Hildesheim eine echte Alternative wird – unkompliziert, klimafreundlich und alltagstauglich. Ein Netz, das Stadtteile verbindet, Wege verkürzt und neue Freiräume schafft. Ein starker ÖPNV ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt.

Wir setzen uns ein für

– den mittelfristigen Ausbau eines durchgängigen 10-Minuten-Takts auf den Hauptlinien zwischen 6 und 19 Uhr sowie ein attraktives Abend- und Wochenendangebot auf Basis des Tagesliniennetzes.
– preiswerte Tickets in Zeiten geringer Auslastung („Happy Hour“-Tarife).
– zuverlässige Anbindungen der Krankenhäuser im Tages- und Abendnetz.
– den schnellen barrierefreien Ausbau aller Bushaltestellen.
– sichere und gut erreichbare Fahrradabstellanlagen an Bushaltestellen („Bike & Ride“).
– die kostenlose Fahrradmitnahme im Rosa-Tarifverbund.
– die kontinuierliche Modernisierung der Busflotte hin zu klimafreundlichen Antrieben.
– Gute Bahnverbindungen in die Region Hannover, nach Braunschweig, Alfeld, Göttingen und zum Harz in den entsprechenden Verkehrsplänen.
– Zusätzliche Bahnhaltepunkte in Drispenstedt, Stadtfeld/Bavenstedt

Mikromobilität – flexibel, vernetzt und alltagstauglich

Mikromobilität – also E-Roller und Leihfahrräder – ergänzt den öffentlichen Nahverkehr sinnvoll und hilft vielen Menschen dabei, den „letzten Kilometer“ schnell, bequem und klimafreundlich zu überbrücken. Besonders für kurze Wege zur Bushaltestelle, zum Bahnhof oder in die Innenstadt bietet sie eine echte Alternative zum Auto und stärkt damit eine mobile, lebendige Stadt.

Uns ist wichtig, dass Mikromobilität verlässlich, sicher und gut organisiert ist. Dafür braucht es klare Stellflächen, gute Verzahnung mit Bus und Bahn sowie Angebote, die im gesamten Stadtgebiet erreichbar sind. Mikromobilität ist für uns ein Baustein einer Stadt, in der Mobilität verbindet: unkompliziert, klimafreundlich und für alle zugänglich.

Wir setzen uns ein für

– eine starke Vernetzung von Mikromobilität, Fahrrad und ÖPNV – für reibungslose Wege im Alltag.
– ausgewiesene Abstellflächen an zentralen Orten wie Bahnhof, Bushaltestellen, Einkaufsbereichen und in Quartieren.
– die Ausweitung der Nutzungszonen auf das gesamte Stadtgebiet, damit alle profitieren können.

Autoverkehr und Carsharing

Der motorisierte Individualverkehr beansprucht heute einen großen Teil unserer Straßen und Plätze. Das führt zu weniger Raum für sichere Wege, Grünflächen, barrierefreie Mobilität und lebendige Quartiere. Auch E-Autos können dieses Grundproblem nicht vollständig lösen: Sie brauchen genauso viel Platz wie herkömmliche Fahrzeuge. Unser Ziel ist es daher, Alternativen zu stärken und die Verkehrsräume Schritt für Schritt ausgewogener zu gestalten.

Die Parkraumbewirtschaftung sorgt dafür, dass die knappe Fläche in unserer Stadt sinnvoll genutzt wird und für alle zugänglich bleibt.

Mit dem Carsharing-Konzept wurde der Grundstein dafür gelegt, dass geteilte Fahrzeuge künftig sichtbarer und leichter nutzbar sind. Carsharing schafft Platz, spart Ressourcen und ist für viele Haushalte eine echte, kostengünstige Alternative zum eigenen Auto.

Auch der Wirtschaftsverkehr braucht zeitgemäße Lösungen. Mit einem umfassenden Liefer-, Halte- und Parkkonzept wollen wir Handwerk, Gewerbe und mobilitätseingeschränkte Menschen unterstützen – und gleichzeitig die Aufenthalts- und Verkehrsqualität in der Stadt verbessern. Für die „letzte Meile“ wollen wir verschiedene Modelle testen, etwa den Einsatz von Lastenrädern, ETransportern oder quartiersbezogenen Verteilstationen. Ein weiterer Schlüssel für eine erfolgreiche Mobilitätswende ist die Kommunikation. Wir wollen über Vorteile informieren, Beteiligung ermöglichen und gemeinsam mit der Stadtgesellschaft Veränderungen gestalten.

Wir setzen uns ein für

– intelligente Lösungen für den Wirtschaftsverkehr, u. a. ein umfassendes Liefer-, Halte- und Parkkonzept für Gewerbe und Handwerk.
– den flächendeckenden Ausbau von Schnellladestationen.
– den Test verschiedener Konzepte für die klimafreundliche „letzte Meile“ – vom Lastenrad bis zu quartiersbezogenen Mikro-Depots.
– die Umsetzung des Carsharing-Konzepts mit sichtbaren Stationen im Stadtgebiet.
– Für Bewohner:innenparken in Quartieren mit erhöhtem Parkdruck.

Freundlicher Verkehr– ruhig und sicher

Ruhige Straßen machen eine Stadt lebenswert: Sie schützen die Gesundheit, verbessern den Schlaf, erhöhen die Sicherheit und schaffen ein angenehmes Miteinander im Verkehr. Darauf angepasste Geschwindigkeiten sind dafür eines der wirksamsten und gleichzeitig einfachsten Werkzeuge. Sie sorgen für weniger Lärm, weniger Stress und für Wege, auf denen sich alle sicher bewegen können – zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf dem Weg zur Schule oder am Abend nach Hause.

Viele Städte zeigen, wie Tempo-30-Zonen funktionieren. Straßen werden übersichtlicher, Konflikte nehmen ab und Quartiere gewinnen an Qualität. Mit dieser Maßnahme machen wir Hildesheims Straßen sicherer, angenehmer und freundlicher.

Wir setzen uns ein für:

– ganztägiges Tempo 30 auf stark belasteten Hauptverkehrsstraßen zum Schutz von Gesundheit und Lebensqualität.
– nächtliches Tempo 30 auf weiteren Hauptverkehrsstraßen, um Schlaf und Ruhe zu verbessern.
– städtebauliche Maßnahmen, die Geschwindigkeiten auf natürliche Weise reduzieren – z. B. klare Radfahrstreifen, schmalere Fahrspuren oder versetzte Parkstreifen.
– Die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Hildesheimer Lärmaktionsplan.

Nordumgehung – Mobilität wirksam und stadtverträglich gestalten

Der Norden Hildesheims ist ein wertvoller Bestandteil unserer Stadt: als Naturraum, Erholungsgebiet und Klimafaktor. Diese Qualitäten wollen wir bewahren und gleichzeitig Mobilität so gestalten, dass sie im Alltag wirklich entlastet. Aktuelle Verkehrsuntersuchungen zeigen, dass der überwiegende Teil des Verkehrs innerstädtisch entsteht oder dort sein Ziel hat. Unser Ansatz setzt deshalb nicht auf großräumige Umgehungslösungen, sondern auf attraktive Alternativen und eine Mobilität, die Quartiere verbindet statt belastet. So schaffen wir mehr Ruhe, Sicherheit und Lebensqualität – und eine Stadt, in der Mobilität gut funktioniert, ohne neue Räume zu verbrauchen.

Wir stehen für

– den Verzicht auf die Nordumgehung zugunsten wirksamer, stadtverträglicher Mobilitätslösungen.
– den dauerhaften Schutz der Natur- und Landschaftsräume im Norden Hildesheims.
– eine Mobilitätspolitik, die auf Vermeidung, Verlagerung und nachhaltige Verkehrsformen setzt.

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